19. September 2018

Rezension Selection

Titel: Selection
Originaltitel: The Selection
Autor: Kiera Cass
Übersetzer: Angela Stein
Verlag: Fischer
Seiten: 366
Erstveröffentlichung:
14.4.2012 (Eng)
1.2.2013 (De)
Preis: 9,99€ (De, TB)
Bewertung: 📜📜📜📜 (4/5)

über die Autorin: Sie ist in South Carolina aufgewachsen und studierte in Radford sowie Britannien Geschichte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Virginia. Sie liebt Desserts, Boybands und Bürozubehör.
Mit Selection, ihrem von Aschenputtel inspirierten Debütroman, schaffte sie es gleich auf die NYT-Bestsellerliste.

Inhalt:

(Ich gebe mir Mühe, Spoiler zu vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, schwärze ich entsprechende Bereiche. Durch markieren sind diese trotzdem lesbar)
35 perfekte Mädchen aus dem ganzen Land. Und eine wird das Herz von Prinz Maxon erobern und Prinzessin werden.
Doch America, eine der 35, ist die einzige, die nicht willendlich in dieses Casting um die Krone des Landes geraten ist. Sie wollte nur ihre Liebe Aspen glücklich machen, doch der hat sie noch vor der Erwählung verlassen.
Nun ist sie im Palast und muss um Prinz Maxon buhlen, bei dem sie als ein Mädchen aus der eher unteren Gesellschaftsschicht eigentlich gar keine Chance hat.
Doch vielleicht will der Prinz gar nicht umbuhlt werden...

Lieblingszitat:

">>Also entscheidest du dich jetzt für ihn statt mich?<<, fragte Aspen. >>Nein, weder für dich noch für ihn. Ich entscheide mich für mich selbst.<<" (Seite 364)


Meinung:

Story: Americas Motive, Gefühle und ihr Verstand leiten die Handlung. Die dadurch entstehenden Ereignisse sind fast immer logisch, nur Zeitsprünge sind nicht so recht gelungen. Sie wirken abrupt und die übersprungene Zeit ist meist in ein paar Absätze zusammengequetscht.
Außerdem wirkt das Finale des Bandes eher wie eine Notlösung, um viele Mädchen loswerden zu können, und so die vielleicht fehlende Schreibzeit wiedergutmachen zu können.
Charaktere: America ist eine starke, gefühlsbetonte Protagonistin, die trotz des Prinzessinnenthemas eine ungekünstelte Individualität beweist.
Auch die Love-Interests sind mit liebevollen Persönlichkeiten versehen und ausbalanciert. Die Kinda-Dreiecksbeziehung hat in diesem Band zudem recht gut funktioniert.
Dabei bleibt immer genug Platz für Americas Gedankenwelt.
Auch die 34 anderen Mädchen und weitere Nebencharaktere waren faccetenreich.
Schreibstil/Lesefluss: Die Zeichensetzung und der Ausdruck waren nicht ganz fehlerfrei, nd Sätze wirkten immer wieder abgehackt. Das ging so weit, dass es mich zielich störte.
PS.: In den Folgebänden ist dieses Problem nicht mehr, und auch die Übersetzerin wechselte da, also muss sie wohl der Grund gewesen sein.
Cass nutzt Americas Perspektive und macht die Hauptperson damit Greifbar und außerdem ist ihr Umgang mit dieser Perspektive etwas Besonderes.
Ich brauchte zwei Tage, um in diese Story hineinzukommen, danach konnte ich es nicht mehr weglegen und hatte es in einem Tag beendet.
Umgebung/Welt: Die Geschichte spielt im Aberika der Zukunft. Monarchie sowie ein Kastensystem wurden eingeführt, um dem jungen Land Ileá Stabilität zu bieten. Im Laufe des Buches wird man in die Lebensbedingungen ausgewählter Kasten eigeweiht, was ich als spannend empfand.
Der Leser wird in einem angenehmen Tempo mit den Normen und dem Leben in diesem Land vertraut gemacht. Auch geschichtliche Fakten werden mitunter aufgegriffen und bieten so einen Realitätsbezug.
Fazit:

16. September 2018

Rezension Unsterblich - Tor der Dämmerung

Buchcover
Titel: Unsterblich - Tor der Dämmerung
Originaltitel: The Immortal Rules
Autor: Julie Kagawa
Übersetzer: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Verlag: Heyne <  
Seiten: 608
Erstveröffentlichung:
1.5.2012 (Eng)
14.12.2015 (De)
Preis: 9,99€ (De, TB)
Bewertung: (4/5) 📜📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in Californien sowie Hawaii aufgewachsen. Langweilige Schulstunden verbrachte sie mit dem schreiben und illustrieren ihrer Geschichten.
Nach einer Zeit als Buchhändler und Hundetrainer wird sie Autorin und mit ihrer Reihe "Plötzlich Fee" international bekannt.

Inhalt:

(Ich gebe mir Mühe, Spoiler zu vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, schwärze ich entsprechende Bereiche. Durch markieren sind diese trotzdem lesbar)
Allison ist ein Straßenkind in einer Vampirstadt - einer der einzigen Orte, die nach einer weltweiten Zombieepidemie noch sicher sind. Doch da sie kein Sklave der Vampire sein will ist ihr Leben hart und von Tod und Hunger geprägt.
Und als sie bei ihrem Kampf ums überleben hinaus in die von Zombies verseuchte Welt geht, wird sie fast getötet.
Nun hat sie die Wahl: will sie sterben oder selbst zu einem ihr verhassten Blutsauger werden.

Lieblingszitat:

">>Eine Waffe zu besitzen, mit der man nicht umgehen kann, ist zwar besser als gar keine Waffe zu haben, aber nicht viel.<<" (Seite 162)


Meinung:

Story: Das Buch ist in 4 fein strukturierte Teile gegliedert, von denen jeder seine eigene Atmosphäre, Motive, sowie seine eigene Handlng hat. Charakter- sowie Worldbuilding werden dabei harmonisch mit der Haupthandlung verwebt. Die Spannung die sich bei dem Buch aufbaut ist außerdem sehr gelungen und am Ende will der Leser unbedingt den zweiten Band in den Händen haben und weiterlesen.
Das Wichtigste ist jedoch, dass "Unsterblich" es schafft, Zombieapokalypse mit Vampieren auf eine natürliche Weise zu verbinden, auch wenn diese Mischung zuerst bizarr und unpassend wirkt. Diese Mischung macht auch definitiv die Besonderheit des Buches aus.
Charaktere: Allie ist schon fast ein typischer weiblicher Protagonist. Sie ist abgehärtet durch ihr bisheriges Leben, kann sich wehren und hat trotzdessen Mitleid mit anderen. Wichtig ist, dass sie dabei nicht schnulzig wird, sondern sie bleibt.
In den 4 Teilen treten jeweils andere Charaktere in den Vordergrund, die in Allies Leben kommen. Das sorgt für Abwechlung, ohne den Leser mit zu vielen Charakteren zu erschlagen.
Das wird stattdessen mit Vielschichtigkeit und langsamen Entwicklungen der wenigen, wichtigen Nebencharaktere erreicht. Ein Beispiel dafür ist die Liebesgeschichte zwischen Allie und Zeke, welche sehr behutsam verläuft und nie aufdringlich wird.
Schreibstil/Lesefluss: Julie Kagawas Bücher wurden mir sehr empfohlen - und ich kann sie nur empfehlen; sie sind sehr angenehm zu lesen.
Kampfszenen und das Gefühl des Zeitvergehens sind zwei Stärken des Buches, welche mir besonders aufgefallen sind. Ihre Worte sind erlebbar und spürbar, dabei wird sie glücklicherweise nicht zu graphisch.
Sie schreibt gewählt, witzig und ernst an den richtigen Stellen und die dadurch entstehende Stimmung macht das Lesen um ein Vielfaches schöner.
Umgebung/Welt: Zombieapokalypse und Vampire in einer Welt? Funktionert super in dieser Welt.
Damit schafft sie etwas Neues, Einmaliges, welches das Buch herausstechen lässt.
Die Autorin bleibt sich selbst gestellten Regeln stets treu, auch wenn diese nicht immer ganz mit Naturgesetzen verenbar sind. Aber es ist ein Fantasybuch, also wollen wir da mal nicht so streng sein.
Wie vorhin schon gesagt ist das Worldbuildig ebenfalls talentiert und beeindruckend, wenn ich ehrlich bin.
Fazit: Zombiedystopie meets Vampirfantasy - eine erfrischende Mischung, die gut ankommt.
Das Buch ist perfekt balanciert, und verbindet den subtil eingebauten roten Faden mit Charakter- und Worldbuilding sowie spannenden Handlungen.
Die Hauptperson ist ein typisches Badass-Girl und ihre Umgebung vielschichtig.
Trotz kleiner Logiklücken ist dieses Buch eine wundervolle Wahl.

9. September 2018

Rezension im nächsten Leben vielleicht

Buchcover
Titel: Im nächsten Leben vielleicht
Originaltitel: Kyland
Autor: Mia Sheridan
Übersetzer: Uta Hege
Verlag: Piper
Seiten: 326
Erstveröffentlichung:
25.1.2015 (Eng)
12.1.2017 (De)
Preis: 9,99 € (De, TB)
Bewertung:  (0/5)

über die Autorin: Sie verbringt ihr Leben damit, Liebesromane zu schreiben.
Das tut sie in Cincinnati, Ohio, wo sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt.
Ihre Bücher schafften es sogar schon auf die NYT-Bestsellerliste und erfreuen ein leichtes Pubikum.

Inhalt:

Im Niemandsland in den Appalachen leben die Menschen in Arut, beherrscht vom einzigen Arbeitgeber, einem Kohlekonzern.
Dort sind Tenleigh und Kyland aufgewachsen, zwei strebsame Schüler, dessen Schicksal es nicht gut mit ihnen meinte. Ihre einzige Hoffnung ist ein Stipendium, welches sie aus Armut herausholen könnte. Doch dieses scheint vergessen und das Wohlergehen des anderen wichtiger, als sie einander näher kennenlernen. Sie lieben sich, und diese Liebe steht ihrer Zukunft im Weg.

Lieblingszitat:

"Und vielleicht lasen wir Bücher alle unterschiedlich, je nachdem, wie es uns selbst ging." (Seite 155)

Meinung:

Story: Leider ist Liebe das einzige, vordergründige Thema des Buches, statt den immer wieder angeteasten Themen. Die komplette Handlung besteht aus pubertären Gefühlen 18-jähriger die sich wie 13 verhalten.
Pseudomäßig werden auch tatsächlich wichtige Themen angeschnitten, wie Schwulsein, psychische Erkrankungen oder Vergewaltigung, doch selbst das ist schlecht dargestellt, beinahe schon toxisch.
Allgemein ist das Augenmerk auf Sex gelegt worden, weshalb Klappentext etc. false Advertisement sind.
Charaktere: Hypemasculinity ist hier eine zentrale, romantisierte Eigenschaft, die ich gar nicht gutheißen kann.
Charaktere sind stark einseitig, haben keine Tiefe und sind einfach austauschbar.
Die Hauptpersonen haben auch sehr unpassende Namen für einen Contemporary Novel. Ich dachte erst, es ist eine Dystopie.
Sowoh Tenleigh als auch Kyland wirken in ihrer Umgebung fehlplatziert und falsch.
Warum haben sie nicht früher schon gesprochn wenn sie Nachbarn in der selben fucking Klasse sind??
Schreibstil/Lesefluss: Der Schreibstil ist unvergleichlich schlecht finde ich.
Gezwungen lustig, kitschig und einfach unschön zu lesen.
Statt sich auf wichtiges zu konzentrieren und Sex als zweites Thema zu nehmen, wie es bei vielen Büchern gut klappt, geht Story hier einfach komplett verloren.
Z.B. konnte ich ein Zitat allein daran erkennen, dass es gut geschrieben war.
Außerdem wird dem Leser nichts zugetraut. Alles wird unglaublich ausführlich erklärt und es bleibt keinen Platz für eigene Kreativität/Gedanken.
Umgebung/Welt: Das Buch beginnt gut - in der Schule. Dem wichtigen Ort. Und kommt dann nie wieder dahin zurück. Das zentrale Elemnt wurde also chon im zweiten Kapitel einfach verbannt.
Es wurde weiterhin mit verbrauchten Bildern wie dem Sonnenuntergang gearbeitet, ohne es kreativ zu erweitern, sodass es keine Bedeutung mehr hat und unpersönlich kitschig wirkte.
Auch kommt man nie aus den Bergen raus, was aber am Ende dringend nötig wäre, um ein Development zu zeigen.


Fazit: Titel, Cover und Klappentext vermitteln einen falschen Eindruck, worum es in diesem Buch geht. Statt einer zarten Dystopie bekommt man Kitsch und Sex, was meine Erwartungen bitter enttäuschte.
Dazu wird es Pseudo-deep und auch Ausdruck sowie Rechtschreibung können nichts retten.
Edit: Ich fand heraus, dass es Selfpublished ist. Leider reiht es sich somit wohl in die Kategorie "Zu schlecht für einen Verlag, publishe ichs eben selbst" ein.

2. September 2018

Rezension None of the Above

Titel: (Male, Female or) None of the Above
Autor: C. W. Gregorio
Verlag: Balzer + Bray
Seiten: 328
Erstveröffentlichung:
7.4.2015 (Eng)
Preis: $17,99 (Eng, HC)
Bewertung: (5/5)📜📜📜📜📜

über die Autorin: I. W. Gregorio ist das Synonym einer Autorin, die in Utica, NY aufwuchs.
Sie war als Chirurgin tätig und traf so einen intersexuellen Patienten, welcher sie zu ihrem Debütroman inspirierte.
Sie wollte die Geschichte hinter dieser Person erzählen, selbst wenn sie diese nicht kannte. Also hat sie sich eine eigene Geschichte ausgedacht, welche in diesem Buch zu lesen ist und Intersexualität porträtiert.
Zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie heute in Pensylvania.

Inhalt:

Kristin ist ein normales, sportliches Mädchen. Sie ist beliebt und hat einen Freund, der sie liebt.
Doch als sie ihr erstes Mal hat, merkt sie, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Bei einem Besuch bei der Frauenärztin findet sie schließlich heraus, dass sie Intersexuell ist.
Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt. Wie geht man damit um, wenn sein Geschlecht komplett infrage gestellt wird? Wenn man gar kein wirkliches Mädchen sein soll? Wenn man "None of the Above" ist.

Lieblingszitat:

" "[...] so why does it even matter if you identify as a girl, a boy, or as neither?"
"It matters because we live in the real world." (Seite 236)

Meinung: 


Story: Ein Mädchen wird mit AIS, einer Form der Intersexualität, fertigwerden. Solch eine Geschichte zu erzählen kann schnell unpersönlich oder vorhersehbar werden, doch diese Geschichte hat es geschafft, genau das zu verhindern. Sie wurde sehr persönlich und gefühlvoll geschildert und das Krankheitsbild beeinflusste die Story, trieb das Geschehen voran, doch war dabei nicht aufdringlich oder nervig.
Es ist mehr als ein Lehrbuch über AIS, es ist eine Geschichte, die  Aufklärung über ein totgeschwiegenes, wichtiges Thema vermittelt.
Charaktere: Besonders hier ist Arbeit sowie Talent spürbar, welche in dieses Buch flossen. Das Buch besteht auch aus einigen Sidestorys, dessen Charaktere und Ausarbeitung detailreich und liebevoll wirkte.
Kristin als Person ist ein Mädchen, welches wohl nicht jeder mag - vor allem Anfangs. Und genau dieses beliebte Mädchen wird zum Außenseiter. Der Leser versteht diese Ungerechtigkeit mit diesem Charakter mit aller Deutlichkeit.
Außerdem gibt es - ohne Spoilern zu wollen - noch weitere sehr schöne, romatische Aspekte, die dem Hauptthema jedoch nicht die Show stehlen.
Schreibstil/Lesefluss: Der Schreibstil besteht aus einer gut verpackten Mischung aus medizinischen Fakten - die relevant sind - und ugendlichem Denken. Beides zusammen wirkt einzigartig und sorgt dafür, dass das Buch sich abhebt.
Es ist unvergleichlich im Geschick, seine Zielgruppe und medizinische Themen effektiv zu vereinen und hinterlässt so einen bleibenden Eindruck beim Leser.
Dazu kommt ein flüssiger, angenehmer Lesefluss, der den Leser begleitet.
Umgebung/Welt: Höchstwahrscheinlich spielt die Handlung dort, wo die Autorin aufwuchs, doch genaue Bezeichnungen konnte ich nicht finden.
Das Ambiente ist ordinär, mit einer durchschnittlichen, normal besonderen Schülerin im Mittelpunkt der Erzählung. Diese Lage macht die Ereignisse erschreckend real. Diese Dinge passieren überall, direkt bei uns, und wir sehen sie meist nicht einmal.
Das ist ein großer Denkzettel für alle, die sich nicht betroffen fühlen, denn letztentlich hätte jeder von uns betroffen sein können.
Fazit: Bewundernswert bringt die Autorin ein Tabuthema ins Licht und klärt über Intersexualität auf. Dabei bleibt sie nah an der Realität und ihrer Zielgruppe, wie es Autoren nur selten gelingt. Das Buch wahr sowohl lehrreich als auch unterhaltsam und ist nicht nur etwas für Jugendliche, die selbst mit ihrer Inresexualität klar kommen müssen.
Klare Leseempfhlung. (Ist derzeit nur in Englisch verfügbar)

26. August 2018

Rezension Es war einmal im Fernen Osten

Titel: Es war einmal im Fernen Osten
Untertitel: Ein Leben zwischen zwei Welten

Originaltitel: Once upon a Time in the East. A Story of Growin Up.
Autor: Xiaolu Guo
Übersetzer: Anne Rademacher
Verlag: Knaus
Seiten: 365
Erstveröffentlichung:
27.1.2017 (Eng)
11.9.2017 (De)
Preis: 24,00 € (De, HC)
Bewertung: (4/5) 📜📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in China geboren und aufgewachsen. Trotz Zensur wurde sie dort mit viel Mühe Künstlerin und Drehbuchautorin.
Schließlich zog sie nach London, wo sie sich mühsam ein Leben aufbaute.
Sie schrieb vor diesem Buch 7 Bücher, dies ist ihre Autobiografie.

Inhalt:

Xiaolus Leben kann beschrieben werden als ein Stetiges Entkommen der Traditionen, des Zwangs in die Moderne, die letztendlich auch nicht die Freiheit bietet, die man sich vorstellt.
Ihr Leben ist in diesem Buch festgehalten von ihrer eigenen Geburt bis zu der ihrer Tochter. Sie teilt ihren harten Weg, ihre tiefen Gefühle und ihre Erlebnisse mit uns und lässt uns so einen Einblick in eine fremde Welt erhaschen.

Lieblingszitat:

"Wer in einem kommunistischen Regime kreativ sein will, muss kämpfen können, um trotz strenger Regeln zu überleben." (Seite 270)

Meinung:


Ich kann dieses Buch nicht in meinen normalen Kategorien besprechen, deshalb bekommt ihr diesmal einen Fließtext von mir.
Geschrieben ist dieses Buch sehr harmonisch und gefühlsbetont. Die Autorin vergleicht ihr Leben mit einer alten Geschichte, gibt ein paar Bilder bei und erzählt von ihrem Leben in gegliederten Abschnitten. Diese Ordnung braucht der Leser, um sich zurecht zu finden. Sie entfaltet ihre Persönlichkeit und was sie zu ihrer Person gemacht hat.
Besonders ist dieses Buch, weil es das Leben in China unverblümt zeigt, genauso wie das Leben im traditionellen China. Es zeigt außerdem, dass wir Menschen im Westen stereotyp und oberflächlich sind, obwohl viele denken, dass sie aufgeschlossen handeln.
Es aht mir ein grobes Bild von einem Leben gegeben, welches ich mir vorher nicht vorstellen konnte und daher empfehle ich das Buch Menschen, die gerne dazulernen und wissen wollen wie.

19. August 2018

Rezension Simon vs. the Homosapiens Agenda

Buchcover
Hir geht's zur Rezension des Films

Titel: Simon vs. the Homosapiens Agenda
Autor: Becky Albertalli
Verlag: Balzer + Bray
Seiten: 303
Erstveröffentlichung:
7.4.2015 (Eng)
Preis: $10,99 (Eng, TB)
Bewertung: (5/5) 📜📜📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in Atlanta, Georgia aufgewachsen. Schon in der Grundschule hat sie mit dem Schreiben begonnen.
Nach der Schule studierte sie Psychologie in Schottland und Washington, jetzt ist sie als Psychologin für Geschlechter- und Sexualitätsdysphorie tätig.
Dieses Buch ist ihr Debütroman, der große Bekanntheit erlangte und sogar schon verfilmt wurde.

Inhalt:

Simon ist ein niedlicher Highschool-Schüler, er ist im Theaterkurs, und er ist Schwul.
Doch bisher hat er sich noch nicht geoutet. Es kam einfach noch nicht dazu. Nur mit Blue, seinem ebenfalls schwulen Email-Freund und Schwarm, schreibt er ganz offen über alles.
Und diese Emails landen in falschen Händen. Martin will Simon damit outen, wenn er ihm nicht hilft, mit Simons Freundin Leah zusammen zu kommen.

Lieblingszitat:

"And you know what? You don't get to say it's not a big thing. [...] This was supposed to be - this is mine. I'm supposed to decide when and where and how I want to say it." (S. 196)

Meinung:

Story: Die Story beginnt sehr plötzlich und die Haupthandlung des blackmailens liegt auch eher im Hintergrund.
Dafür sind die Mails mit Blue inhaltstragend. Sie sorgen für eine viel verstädlichere, shönere Geschichte. Und sie zeigen die Vielschichtigkeit der Liebe, die beide füreinander empfinden.
So wird die Frage wer ist Blue wichtiger für den Leser, als sie es im Film war.
Die Entscheidung der Autorin, die Handlung angelehnt an tyische Highschool-Dramen zu gestalten zeigt, wie normal das Thema eigentlich sein sollte.
Charaktere: Die Eigenschaften der Charaktere sind ausgewogen und liebevoll gestaltet.
Simons Sicht ist eine, mit der man sich identifizieren kann und die individuell ist, weshalb er ein Vorbild für andere Protagonisten sein sollte.
Leider war Martins Motivation nicht wirklich nachvollziehbar und nur mäßig verständlich.
Das ist unglücklich für den Beweggrund der ganzen Handlung, doch das ist nur ein kleiner Makel.


Schreibstil/Lesefluss: Das Buch wurde mit viel Humur und Ironie geschrieben, was ihm einen lockeren Schwung gibt. Trotzdem kann es ernst bleiben, wenn es nötig ist.
Das Buch ist recht dünn, und das ist tatsächlich gut, denn diese Seiten reichen vollkommen aus, um die Geschichte um Simon und Blue knackig und spannend zu erzählen.
Mit Sexualität und Romantik wird in diesem Buch nicht kitschig, sondern hervorragend süß umgegangen.
Umgebung/Welt: Das Buch spielt in der Nähe des Ortes, an dem die Autorin aufwuchs. Ein beliebter Griff für Debütromane, den ich keinem verüble.
Besonders aus der Umgebung hervorgetan hat sich Simons Zimmer. Es war wie ein Spiegel seiner Seele.
Meist spielt das Buch jedoch nicht in der echten Welt, sondern in Simons Gedanken oder den Mails zwischen den beiden Jungs, welche jedes zweite Kapitel füllen und eine interessante Dynamik bringen
Fazit: Mit Humor bringt Becky Albertalli problematische Themen wie das Outing und Schwulsein in das bekannte Highschool-Setting. Sie zeigt berührend, dass schwule Teenager immer noch mit Spott rechnen müssen, Unterstützung jedoch meist überwiegt.
Somit ist es eine Darstellung der Zustände von Diskriminierung, welche passioniert einen Abbauprozess zeigt, der jedoch noch nicht abgeschlossen ist.

12. August 2018

Rezension Der letzte Stern

Buchcover
Hier geht's zum Vorgänger

Titel: The Last Star
Autor: Rick Yancey
Übersetzer: Thomas Bauer 
Verlag: Putnam
Seiten: 384
Erstveröffentlichung:
24.5.2016 (Eng)
Preis: 16,99€ (De, HC)
Bewertung: (3/5) 📜📜📜

über den Autoren: Er ist in Florida geboren und aufgewachsen und fing schon früh an zu schreiben. Er studierte Englisch und Kommunikation, dann war er als Lehrer und Schauspieler tätig. Heute lebt er als Autor zusammen mit seiner Frau und seinem jüngsten Sohn in Florida.

Inhalt:

(Spoilerwarnung, lest zuerst die ersten zwei Bücher!)
Endlich kommt der Frühling und mit ihm Hoffnung. Cassie und die anderen müssen nun endlich die Anderen besiegen, harte Arbeit die vor ihnen liegt.
Nur langsam kann man sich nicht mehr sicher sein, wer überhaupt noch der Feind ist und wer nur ein weiteres Opfer der Anderen. Macht es überhaupt noch einen Unterschied?
Die 5. Welle kommt bald, und es bleibt nur eins: weiterkämpfen.

Lieblingszitat:

"So what's the difference between thinking and actually being it? Is there a difference?" (Seite 177, englische Ausgabe)

Meinung:

Story: Die Handlung beginnt im Frühling, ein paar Monate nach den Ereignissen des 2. Bandes. Nach dieser langen Zeit des Nichtstuns überschlagen sich die Erein´gnisse regelrecht, denn das Buch erstreckt sich gerademal über 4 Tage.
Wieder einmal wird eine weitere Schicht der Lüge entfernt, und diesmal ist es die wirkliche Wahrheit ...oder?
Die Spannung profitiert von dem Misstrauen, welches der Leser langsam in "Wahrheiten" steckt, klar. Doch dadurch flacht die Handlung auch ab.
Das Ende ist ein sehr kitschiger Abschluss der Reihe.
Charaktere: Atemberaubend ist für mich definitiv der enorme Bogen, den die Charaktere in ihrer Entwicklung machen.
Cassie als Metapher der Menschheit funktioniert außerdem erstaunlich gut.
Doch mit den Personen konnte man diesmal weniger mitfühlen als davor, und die Themen ihrer Gespräche waren nie wirklich originell, sondern wirkten wie eine Aneinanderreihung von Gesprächen anderer Dystopien...
Daher konnten mich die Charaktere nicht überzeugen, auch wenn Cassie durchaus mehr Tiefe bekommt.

Schreibstil/Lesefluss: Das Buch ist überraschend voll mit Flüchen. Vielleicht sind diese in der Übersetzung in den Vorgängern verloren gegangen und da ich nur diesen Teil im Original gelesen habe konnte ich sie nur da bemerken.
Das Buch ist als Art Tagebuch geschrieben, was vor allem bei Cassie deutlich wird. Es ist außerdem wieder aus verschiedenen Sichten geschrieben, leider konnte mich keine dieser diesmal wirklich mitreißen.
Doch der Schreibstil mach das Buch lesenswert, denn auch wenn es sich in den anderen Gebieten nicht im Mindesten heraustut, hier tut es das definitiv.
Er bringt die Charaktere auf seine ganz eigene, interessante Weise zum Leben.
Umgebung/Welt: Die Welt verändert sich in diesem Teil stark. Der Wandel unserer Sicht auf die Dinge ist dabei ziemlich ermüdent, denn der Trick "Hah! Es ist doch nicht so, sondern das genaue Gegenteil!" wird einfach immer und immer wieder verwendet und dabei langweilig.
Der Epilog gibt der Welt jedoch wieder einen neuen Touch, den ich sehr Willkommen heiße.
Wieder spielt das Buch auf zwei Ebenen: der Ebene der Realität und der der Metaphern.
Methaphern sind Rick yanceys liebster Freund und die Trilogie ist voll von ihnen. Das gefällt mir sehr, denn sie werden oft nicht direkt benannt und so kann der Leser auch zwischen den Zeilen etwas entdecken. Leider waren die Metaphern fast schon zuviel.
Fazit: Der Abschluss der Reihe hat ein zu schnelles Erzähltempo und wartet mit tausendfach schon verwendeten, nur recycleten Konzepten auf. Die Rettung des Buches ist der Schreibstil, der einer Art Tagebuch gleicht und daher auch gerne einmal vulgär wird. Das "wie ist es geschrieben" übertrumpft das "was wurde geschrieben" leider, dabei ist der Inhalt eines Buches doch gerade wichtig.
Von daher, eine weitere Dystopie, die man gerne lesen kann, aber wirklich nicht lesen muss.