7. Januar 2018

Rezension Kleine große Schritte

Titel: Kleine große Schritte
Originaltitel: Small Great Things
Autor: Jodi Picoult
Übersetzer: Elfride Peschel
Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 584
Erstveröffentlichung:
11.10.2016 (Eng)
2.10.2017 (De)
Preis:
20,00€ (De, HC)
Bewertung: (3/5) 📜📜📜

über die Autorin: Sie ist in New York geboren, lebt heute in New Hampshire. Viele ihrer Romane schafften es auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Dieses Buch empfindet sie als das wichtigste ihrer Bücher, da es sie verändert hat.
Das Buch "Kleine große Schritte" wird derzeit verfilmt.

Inhalt: 

Kurz nach seiner Geburt stirbt der kleine Davis Bauer nach einem Routine-Eingriff. Ruth, einer schwarzen Hebamme auf der Entbindungsstation, die zusammen mit anderen das Kind wiederbeleben wollte, jedoch gescheitert ist, wird vom Vater des Babys angeklagt. Wegen dem Mord an seinem Sohn. Denn er ist Rassist und wollte nicht, dass Ruth seinen Sohn berührt.
Damit beginnt ein Kampf vor Gericht, bei dem niemand ansprechen will, worum es dem Vater und im ganzem Prozess geht: um Rasse. Und, dass Ruth nur wegen ihrer Rasse vor dem Gericht steht.

Lieblingszitat:

" Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. [...] Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat... und wer Zugang dazu." (Seite 544)

Meinung:

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür an dieser Stelle vielen Dank an den Bertelsmann Verlag.
Das wird meine Meinung jedoch nicht beeinflussen und ich schreibe die Rezension genau so, als hätte ich das Buch selbst gekauft.

Story: Der Anfang ist lang und es dauert lang, bis die wirkliche Handlung losgeht. Aber auch, als die Handlung dann anfängt, dauert es noch ziemlich lang, bis Spannung aufkommt.
Die Nebenhandlungen sind wichtig und sprechen Aspekte von Rassismus an, jedoch hätte ich mir einen größeren Fokus auf die Haupthandlung gewünscht.
All die Geschichten sind auf Dauer ermüdend, da es wirkt, als würde man im Buch gar nicht vorrankommen. Sie waren nicht genug mit der Haupthandlung verbunden.

Charaktere: Es gibt drei Hauptpersonen, die alle bestimmte Teile des Rassismus ausmachen.
Ruth, die schwarze Hebamme, ist eine starke Frau, die jedoch weder in die Welt der Schwarzen noch in die der Weißen wirklich gehört. Sie ist die unterdrückte, die sich freikämpfen will.
Kennedy ist eine Frau, die ihren Rassismus erst erkennt, als sie sich tief mit dem Thema beschäftigt, denn er ist tief in ihr verborgen. Sie ist das Bild für den passiven Rassismus, den sie langsam überwindet und ihn bekämpfen will.
Und Turk ist der Mensch, den wir uns unter einem Rassisten vorstellen. Der schnell gehasst werden kann, von dem man sich aber auch ganz leicht distanziert.
Auch die anderen Charaktere haben ihre Rollen, sind aber auch als Menschen erkennbar und bedienen nicht nur die Rollen.

Schreibstil/Lesefluss: Teilweise ist das Buch träge, durch all die Nebenhandlungen. Jedoch ist das Buch auch da interessant geschrieben, nur die Themen werden ermüdend.
Die Berufe werden sehr detalliert beschrieben, was mich etwas gestört hat. Denn wie lang die Pommes bei McDonalds ausbacken ist...nicht das interessanteste und auch nicht wichtig.
Auch wenn das Buch ohne Frage wundervoll geschrieben ist, hätte man die Geschichte besser auf den Punkt bringen können.

Umgebung/Welt:
Ruth passt in keine Welt, weder die der Schwarzen, in die ihre Schwester wundervoll hineinpasst, noch in die von Kennedy, der Weißen. Diese beiden Welten treffen im Gerichtssaal auf die der Rechtsextremen. Doch auch in anderer Umgebun treten diese Welten aufeinander. Ob im Krankenhaus, auf der Straße oder Zuhause. So zeigt das Buch die immer noch vorhandenen Unterschiede auf, die wir in unserem Verhalten zeigen, und regt so zum Nachdenken an.

Fazit:
Jodi Picoult bringt in diesem Buch den Rassismus in passiver und aktiver Form und die Folgen für die Opfer dessen zur Sprache. Se will aufrütteln und das schafft sie auch mit interessanten Schauplätzen und echten Charakteren.
Jedoch hat das Buch erst am Ende Spannung aufgebauut und es war ziemlich lang.

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